Ich muss und will vorab darauf hinweisen, dass die Nutzung dieser App auf eigenes Risiko erfolgt.

Die von der App errechneten Fett-Protein-Einheiten und Absorptionszeiten orientieren sich an den Empfehlungen z.B. der Deutschen Diabeteshilfe (siehe Links), wobei mit Absicht die vereinfachte Berechnungslogik angewandt wird: Statt die Fettmenge eines Essens mit 9 kcal/g und die Proteinmenge mit 4 kcal/g zu berechnen, werden von der Gesamtkalorienmenge die Kalorien aus Kohlenhydraten (4 kcal/g) abgezogen. Die Differenz ergibt dann die Kalorienmenge aus Fett und Proteinen. Die detaillierten Berechnungsschritte sind im Kapitel über das Absorptionsschema beschrieben.

Vorteil dieser Methode: Der Nutzer muss nur die Kalorien und die Kohlenhydrate pro 100g Essen eingeben und nicht zusätzlich noch die spezifischen Fett- und Proteinmengen.

Wie Sie mit dieser Berechnung dann umgehen, ist Ihr eigenes Risiko. Obwohl ich den Rechenalgorithmus gründlich getestet habe und ihn selbst im Rahmen einer Insulinpumpentherapie in meiner Familie einsetze, lehne ich jede Garantie für dessen Korrektheit ab.

Ich will hier explizit die Deutsche Diabeteshilfe zitieren (siehe Weblink), die schreibt:

"Egal ob Pumpe oder Pen – wenn Sie nach Absprache mit Ihrem Diabetologen die ersten Versuche mit Insulingaben für Fett-Eiweiß-Einheiten machen, sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel sehr gut im Auge behalten."

Ein paar persönliche Erfahrungswerte zum Schluss:

  • Wenn Sie loopen, ist es von Vorteil, wenn der Loop weiß, dass weitere Kohlenhydrate über die nächste Zeit zu erwarten sind. Er wird dann entweder die Menge oder die Anzahl der Autobolus-Gaben erhöhen.
  • Wenn Ihre Auto-Bolus-Einstellungen aus Sicherheitsgründen eine höhere oder häufigere Bolusgabe verhindern, werden Sie eine sehr hohe Insulinmenge als manuelle Abgabe vorgeschlagen bekommen (z.B. 1,5 IE bei einem Blutzucker von 180). Reduzieren Sie diese Menge am Anfang aus Sicherheitsgründen auf die Hälfte.
  • Und behalten Sie bei Erstanwendung bitte stets Ihren Blutzuckerverlauf im Blick.

Die Motivation zum Programmieren von EasyFPE war, insbesondere Kindern mit Typ 1-Diabetes die Berechnung von Fett-Protein-Einheiten zu erleichtern. Außerdem wurde ich oft gebeten, die für Android-Betriebssysteme bereits länger publizierte App doch auch für iOS-Geräte zu programmieren. Und da ich immer neugierig bin, was neue Programmiersprachen und -systeme angeht, habe ich mich in einer ruhigen (Corona-)Minute ans Werk gemacht.

Das Errechnen von Kohlenhydraten erfolgt quasi nebenbei, ist jedoch bei vielen Typ 1-Diabetikern schon in Fleisch und Blut übergegangen und kann mit vielen anderen Apps auch erledigt werden. Mahlzeiten mit einem hohen Fett- oder Proteinanteil führen jedoch sehr oft zu einem späten Blutzuckeranstieg. Diesem kann in der heutigen Pumpentherapie mit einem verzögerten Bolus entgegengewirkt werden. Allerdings ist die Berechnung der abzugebenden Einheiten und der Abgabedauer nicht trivial. Genau dies erledigt diese App.

Das Konzept hierfür ist absichtlich sehr einfach: Der Nutzer wählt ein oder mehrere Essen aus einer Liste aus und gibt deren Menge ein - wahlweise auch eine von bis zu drei vordefinierten typischen Mengen. Damit berechnet die App die FPE.

Als Nutzer (bzw. als Eltern von Kindern mit Typ 1-Diabetes) muss man allerdings vorab etwas Zeit in das Anlegen von Essen investieren. Die Essensliste ist mit Absicht bei Erstinstallation komplett leer, da jeder sein eigenes typisches Essen hat (Beispieldaten können weiter unten heruntergeladen werden). Es kann sich allerdings darauf beschränkt werden, nur Essen anzulegen, welches eben einen hohen Fett- oder Proteinanteil hat, z.B. Pizza, Bratwurst, McDonalds-Essen, usw.

Systemvoraussetzungen:

  • iOS ab Version 13

Download on the App Store Badge DE RGB blk 092917

Link zum App-Store folgt.

Dadurch wird EasyFPE auf dem Smartphone installiert.

FoodList portrait deDer Hauptbildschirm erscheint beim Öffnen der App und enthält eine Liste mit Essen. Diese ist beim allerersten Öffnen zunächst leer - nach einem Update wird die vorhandene Liste mit Essen übernommen.

In dieser App ist mit einem Essen eine einzelne Komponente einer Mahlzeit gemeint, die in sich „homogen“ ist. Mehrere Essen können dann zu einer Mahlzeit zusammengestellt werden. So bestünde z.B. die Mahlzeit Schnitzel mit Pommes und Ketchup aus drei Essen, nämlich dem Schnitzel, den Pommes und dem Ketchup.

Die Essensliste auf dem Hauptbildschirm ist alphabetisch sortiert. Es empfiehlt sich, jedem Essen einen eindeutigen Namen zu geben und nicht zweimal denselben Namen zu verwenden, auch wenn das möglich ist (es wird von der App nicht verhindert).

FoodList filtered portrait deKlickt man auf den kleinen Stern rechts über der Essensliste, werden nur die Essen angezeigt, die als Favoriten markiert wurden. Außerdem kann man über das Suchfeld nach Essen suchen (beliebige Suche innerhalb der Essensnamen).

Langes Drücken eines Essens öffnet den Dialog zur Bearbeitung des Essens.

Durch Wischen nach links kann ein Essen aus der Liste gelöscht werden.

Zum Anlegen von neuem Essen tippt man auf das große, grüne Plus-Symbol in der oberen rechten Ecke.

FoodNew portrait deEs öffnet sich ein Dialog zur Eingabe der notwendigen Daten:

  • Name (Pflichtfeld): Der Name des Essens. 
  • Lieblingsessen: Auswahl, ob das Essen in der Liste der Lieblingsessen angezeigt wird. 
  • Kalorien pro 100g (Pflichtfeld): Die Kalorien des Essens pro 100g in kcal. 
  • Kohlenhydrate pro 100g (Pflichtfeld): Die Kohlenhydrate des Essens pro 100g in Gramm. 

Außerdem können optional noch beliebig viele typische Mengen des Essens hinzugefügt werden, jeweils versehen mit einem Kommentar. Man bestätigt die Eingabe durch Antippen des kleinen grünen Plus-Symbols.

Die typischen Mengen werden später bei der Auswahl des Essens im Berechnungsdialog angezeigt. Die Eingabe der typischen Menge ist besonders bei vorher bekannten Mengen nützlich (z.B. abgepacktes Essen oder „4 Stück“ ChickenMcNuggets) und erleichtert die spätere Nutzung der App insbesondere für Kinder.

Nach dem Abspeichern erscheint das neu angelegte Essen in der Essensliste (alphabetisch sortiert) am Hauptbildschirm. 

FoodSelect portrait deEine Mahlzeit besteht aus mindestens einem Essen. Zum Berechnen der Mahlzeit wählt man also aus der Essensliste zunächst ein Essen aus. Es erscheint ein Dialog zur Eingabe der Essensmenge.

Wurden beim Anlegen des Essens typische Mengen festgelegt, kann nun eine typische Menge gewählt oder immer auch eine eigene Mengenangabe gemacht werden. Alternativ stehen grüne Knöpfe zur Verfügung, die ihren abgebildeten Wert zur bereits eingestellten Menge addieren. Die hier eingegegebene Menge sollte der tatsächlich gegessenen Menge des Essens in Gramm entsprechen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, die aktuell eingegebene Menge als neue typische Menge abzuspeichern. Dazu tippt man auf "Zu typischen Mengen hinzufügen", gibt man einen Kommentar ein und bestätigt mit dem grünen Plus-Symbol. Die Pflege oder Änderung von typischen Mengen geschieht im Dialog zum Bearbeiten von Essen.

Diesen Vorgang wiederholt man optional für weitere Essensbestandteile seiner Mahlzeit.

Die App rechnet im Hintergrund sofort die Nährwerte der Gesamtmahlzeit aus. Sobald mindestens ein Essen ausgewählt wurde, erscheint im unteren Teil der Ansicht ein Feld mit roter Schrift. Dort werden die wichtigsten Nährwerte für die Gesamtmahlzeit zusammengefasst.

Meal portrait deTippt man auf diese Zusammenfassung, öffnet sich eine Ansicht, in der alle Details zur Gesamtmahlzeit sowie allen Einzelkomponenten angezeigt werden. Diese sind:

  • Die Menge in Gramm
  • Die Kohlenhydrate in Gramm
  • Die Fett-Protein-Einheiten (FPE)
  • Die verlängerten Kohlenhydrate in Gramm - entsprechen den FPE multipliziert mit 10
  • Die Absorptionszeit in Stunden

Bei einer Typ 1-Diabetes-Pumpentherapie können nun die FPE bzw. die verlängerten Kohlenhydrate (je nach Pumpe) als verzögerter Bolus über die angegebene Absorptionszeit eingegeben werden. So verhindert man das späte Ansteigen des Blutzuckers durch viele Fett-Protein-Einheiten (wie z.B. bei Pizza).

Öffnet man das Hauptmenü mittels der drei vertikalen Striche in der oberen linken Ecke der App, hat man folgende Auswahlmöglichkeiten:

Menu portrait de

  • Absorptionsschema: Öffnet den Dialog zum Bearbeiten des Absorptionsschemas
  • JSON exportieren: Speichert die Essensliste in lesbarer Form (JSON-Format) an einem vom Benutzer frei wählbaren Ort ab (empfohlen für Datenaustausch oder Backup)
  • JSON importieren: Importiert die Datenbank aus einer JSON-Datei
  • Haftungsausschluss: Zeigt den Haftungsausschluss an
  • Über: Infos über die App und Link zur dieser Dokumentation

Zum Schließen des Hauptmenüs wischt man dieses nach links weg.

AbsorptionScheme portrait deDas Absorptionsschema legt fest, welche Absorptionszeit bei einer gegebenen Anzahl an FPE ausgegeben wird. Das voreingestellte Absorptionsschema entspricht den heutigen Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft und ist wie folgt angelegt:

  • 1 FPE (= 10g verlängerte Kohlenhydrate): 3 Stunden Absorptionszeit
  • 2 FPE (= 20g verlängerte Kohlenhydrate): 4 Stunden Absorptionszeit
  • 3 FPE (= 30g verlängerte Kohlenhydrate): 5 Stunden Absorptionszeit
  • 4 FPE (= 40g verlängerte Kohlenhydrate): 6 Stunden Absorptionszeit
  • 6 FPE (= 60g verlängerte Kohlenhydrate) und mehr: 8 Stunden Absorptionszeit

Die Berechnungslogik der App geht wie folgt vor:

Schritt 1: Berechnung der Gesamtkalorien, z.B. bei 72g ChickenMcNuggets (249 kcal pro 100g): 72g * 249 kcal / 100g = 179 kcal

Schritt 2: Berechnung der Kalorien, die durch Kohlenhydrate verursacht werden (4 kcal pro 1 g Kohlenhydrate), z.B. bei 72g ChickenMcNuggets (17g Kohlenhydrate pro 100g): 72g * 17gKH / 100g * 4 kcal/gKH = 49 kcal

Schritt 3: Abzug der Kalorien aus Kohlenhydraten von den Gesamtkalorien; die sich ergebenden Kalorien stammen dann aus Fett und Proteinen, im obigen Beispiel: 179 kcal - 49 kcal = 130 kcal

Schritt 4: Da 100 kcal einer FPE entsprechen, ergeben sich im Beispiel 1,3 FPE bzw. 13,0 g verlängerte Kohlenhydrate.

Schritt 5: Die FPE werden gerundet, im Beispiel auf 1 FPE, und damit die Absorptionszeit nachgeschlagen, im Beispiel 3 Stunden.

Eine Änderung des Absorptionsschemas wird nur ernährungswissenschaftlich erfahrenen Personen empfohlen. Ein Zurücksetzen auf oben genanntes Standard-Schema ist jederzeit möglich.

Diese JSON-Datei können Sie herunterladen und als Beispieldaten nutzen. Importieren Sie die Datei über den Menüpunkt "JSON-Import".

Ich empfehle jedoch dringend, Ihre eigenen Essen anzulegen, da auch die typischen Mengen von Person zu Person unterschiedlich sind.

Die iOS-App EasyFPE speichert keinerlei persönliche Informationen und nutzt auch keinen Drittanbieter-Service, der dies tut.

Die Essensliste wird auf Ihrem Smartphone gespeichert und über iCloud mit Ihren anderen Geräten synchronisiert, sofern Sie in Ihrem persönlichen iCloud-Account eingeloggt sind. Diese Liste enthält keinerlei persönliche Informationen.

Diese Probleme und Wünsche sind mir bekannt und werden in künftigen Versionen angegangen.

Da ich EasyFPE in meiner Freizeit entwickle, bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich keine detaillierte Releaseplanung vorweisen kann.

Sollten Sie über Probleme stolpern, die mir noch nicht bekannt sind, oder Wünsche und Anregungen zur Verbesserung der App haben, lassen Sie es mich bitte wissen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Sollten Sie mitentwickeln wollen, herzlich gerne!